KURZGESCHICHTEN, KRITZELEIEN & KARTOONS

Immerhin

Also zuallererst mal, wenn auch etwas verspätet, möchte ich an dieser Stelle ein frohes Neues Jahr wünschen. Nicht, weil mir das ein Herzenswunsch wäre, sondern weil man das so macht. Sagt meine Mutter jedenfalls. Nun komme ich aber gleich zu den traurigen Aussichten für das Jahr 2019: Ich werde vermutlich auch dieses Jahr nicht zum Mister Universum gekürt und die Weltherrschaft werde ich auch nicht übernehmen. Die Gründe dafür finden sich in einem Artikel aus dem Tagesspiegel, in dem David Joram im letzten Sommer (zu einem völlig anderen Thema) Folgendes schrieb: „Was gegen ihn spricht: Meikel wer?“ Und weiter: „Auch wenn wir im Jahr 2018 leben, gibt es leider ein Totschlagargument: Neid ist eine Frau.“

Also nochmals Prosit Neujahr oder wie die Basken sagen: Urte berri on!

 

7. Januar 2019
Immerhin

Traditionsbewusst

Viele Menschen stecken sich zur Feier des Nikolaustages ja gegenseitig Lebensmittel in die Schuhe, ich aber finde das nicht so gut, weil manche Leute haben ja Käsefüße und denn riechen die Fressalien ja nach – und außerdem läuft sich dis ja auch nich so geil mit den Viktualien in den Botten. Meine Familie und ich, wir haben Nikolaus wie jedes Jahr mit „Kackekönig“ dem klassischen Altberliner Nikolausspiel begangen. Das Spiel erinnert ein wenig an Blinde Kuh, nur das man es auf dem Bürgersteig spielt. Alle laufen kreuz und quer mit verbundenen Augen über den Trottoir und singen „Nikolaus, Nikolaus, es riecht nach Kot in deinem Haus“. Wer als letztes oder gar nicht in eine Tretmine tritt hat verloren und muss die Schuhe aller Teilnehmer putzen. Eine schöne Tradition wie ich finde. Dieses Jahr hatte ich Pech und habe keinen Hundehaufen erwischt. Aber nächstes Jahr passiert mir das nicht noch mal, das habe ich im Stuhl Urin.


Und heute um 20:30 Uhr im Lovelite: Die Couchpoetos mit mir als Gast

6. Dezember 2018
Traditionsbewusst

Jens Spahn und ich

Da mich in den letzten Tagen tausende einige keine Anfragen diesbezüglich erreichten, möchte ich an dieser Stelle allen aufkommenden Gerüchten entgegenwirken und ein für alle Mal klarstellen: Jens Spahn und ich sind weder im gleichen Golf-Club, noch hatten wir im Jahr 2014 auf Sylt eine Urlaubsaffäre. Was allerdings stimmt ist, dass ich, im Rahmen eines geheimen Ost-West-Annäherungsprojektes initiert vom BND und Dr. Oetker, Jens Spahn von 1986 bis 1989 bei seinen Mathehausaufgaben geholfen habe und er mir im Gegenzug Spielzeug und Süßigkeiten, sowie einen Telefonapparat (den brauchte ich ja auch um ihm bei seinen Aufgaben zu helfen) aus Westdeutschland in die Hauptstadt der DDR schickte. Nach dem Fall der Mauer war ich auf diesen Nebenjob nicht mehr angewiesen und Jens war von da an auf sich allein gestellt, was dazu führte, dass seine Versetzung in die nächsthöhere Schulklasse in den Jahren 1992, 1994 und 1997 stark gefährdet war. Ob Jens noch sauer auf mich ist, kann ich nicht sagen, da wir seit langer Zeit nicht mehr miteinander gesprochen haben. Gestern allerdings hatte ich einen verpassten Anruf von einer unterdrückten Rufnummer auf meinem Mobiltelefon, aber das muss ja nichts heißen.


Und heute ab 14 Uhr: 20 Jahre Weinmeisterhaus – Die große Jubiläumsfeier mit viel Trara und Tamtam
Ab 19 Uhr lesen Christian Eisert, Lea Streisand und ich

30. November 2018
Jens Spahn und ich

Ganz in Schwarz

Gestern war ja Black Friday gewesen und ich habe natürlich, wie jeder normale Mensch, exzessiv dem Konsum gefröhnt. Allerdings nicht einfach so, sondern wie alle wahren Fans, im Gedenken an Roy Black. Dieser verstarb ja am 4. Freitag im November 1991 und seitdem versuchen Roy Black Fans auf der ganzen Welt jedes Jahr an diesem Tag, der anfangs noch Roy Black Friday hieß, sich in einen alle traurigen Gedanken vernebelnden Kaufrausch zu versetzen um den viel zu frühen Tod ihres Idols zu verdrängen. Nun aber zu einem ganz anderen Thema: Ich lese heute auf einer Buchmesse und zwar der BuchBerlin in, wer hätte es gedacht, Berlin. Um 13:00 Uhr. Also falls ihr um 13 Uhr oder besser um 12:30 Uhr oder noch besser um 12:00 Uhr schon wach seid, könnt ihr da ja hinkommen.


Heute 13:00 – 13:30 Uhr, Mercure Hotel MOA: Ich lese auf der BuchBerlin aus „Liebesgrüße aus Mostrich“

24. November 2018
Ganz in Schwarz

Alt werden

Mit euch möchten wir alt werden, so heißt der unlängst erschienene Wälzer anlässlich 30 Jahre Berliner Lesebühnen. Ein Text von mir ist drin, sowie Geschichten von 74 weiteren Autoren, innen und außen, auf stolzen 326 Seiten – eine Anthologie der Premiumklasse. Hardcover versteht sich. Wer das Buch erwerben möchte, tut das am Besten beim Satyr Verlag. Dort gibt es auch weitere Informationen zu den Beteiligten und überhaupt.

PS: Weihnachten ist ja auch bald.
PPS: Also wegen der Geschenke meine ich.
PPPS: Ach, was soll das Rumgeeier, kauft einfach das Buch.

 

21. November 2018
Alt werden

Achim und Micha

Achim und Micha, diese Namen, also ihr müsst die mal rückwärts lesen. Ist das nicht der Hammer? Übrigens gibt es in Deutschland eine Stadt und einen Ortsteil Namens Achim. Und früher gab es sogar noch den Landkreis Achim. Michas allerdings sucht man hierzulande auf der Karte vergebens. Wenn man allerdings in der Stadt Achim das Ortsschild rückwärts liest, na ihr wisst Bescheid. Anderes Thema: Letztens ist mir ein genialer Slogan für Dixi, also den Mobilen-Toiletten-Hersteller eingefallen, nämlich „Aus Liebe zu Scheiße“. Habe ich der Firma auch gleich für ne Million angeboten, aber die Verantwortlichen da fanden den Spruch irgendwie nicht so gut. Dabei „Aus Liebe zu Scheiße“, je öfter man das sagt, desto besser wird es, finde ich. Aus Liebe zu Scheiße. Der Slogan ist doch locker ne Million wert. Aus Liebe zu Scheiße. Vielleicht gründe ich einfach meine eigene Firma für mobile Toiletten. Hauptsitz meiner Firma wird dann in der Stadt Micha sein, die ich allerdings auch erst noch gründen muss. Es ist wirklich immer was zu tun. Einen Firmennamen brauche ich ja auch noch. Vielleicht Achim? Firma Achim aus Micha – Aus Liebe zu Scheiße. Ja, das klingt gut. Jetzt brauche ich nur noch Investoren, aber da mache ich mir keine großen Sorgen. Vielleicht wird es ja schon heute Abend was.


Heute 20 Uhr nämlich: Reformbühne in der Jägerklause u. a. mit mir als Gast

21. Oktober 2018
Achim und Micha

Der erste Schritt

Viele Menschen in Deutschland haben ja Angst vor Fremden. Also Muslimen zum Beispiel. Die haben ja ganz andere Interessen, sagen sie. Worüber soll man denn mit denen reden? Man könnte zum Beispiel über Filme reden, sage ich. Denn gerade die jüngeren Muslime schauen gerne Filme. Also falls ihr demnächst mal auf einen jungen Muslimen trefft, versucht doch mal den ersten Schritt zu machen. Fangt ein Gespräch an. Zum Beispiel über Filme. Und damit ihr wisst, was die jungen Muslime sich so anschauen, habe ich hier mal die beliebtesten Filme und Serien aufgelistet:

Wallah Texas Ranger
Die Burkabrooks
Habibi Blocksberg
Filme mit Wallah Matthau oder Allah Delon
Aisha flog übers Kuckucksnest
Karim allein zu Haus
Alle Edgar Wallah Filme
Halal für Cobra 11
Wallah und Gromit
Bibi und Jihad
Pearl Habibi
Toni Ehrenmann

Und heute Abend: 20 Uhr, Wabe-Bar: Ich lese solo u. a. aus meinem Büchlein „Liebesgrüße aus Mostrich“

16. Oktober 2018
Der erste Schritt

Die Zeit vergeht

Zwei Wochen ist meine Buchpremiere jetzt schon wieder her. Es war fantastisch, soweit ich das von der Bühne mitbekommen habe jedenfalls. Voll. Schön. Voll schön. Danke an dieser Stelle noch mal an die vielen Helfer und Besucher. Ein paar Fotos habe ich inzwischen bei Fishbone Facebook hochgeladen. Aber so schön es auch war, das Leben geht weiter. Heute zum Beispiel fahre ich nach Neukölln, höre Musik und sehe Menschen beim Eierlikör trinken zu. Nebenbei lese ich auch noch den ein oder anderen Text. Also falls ihr nicht gerade beim Marathon mitlauft, kommt doch nach Neukölln, ihr Schnuffels.


Heute 16:00 – 18:30: Matinee in der Wildenbruchbar mit u. a. Textbeiträgen von mir (Und es gibt Eierlikör)

16. September 2018
Die Zeit vergeht

Last Call

Auch wenn ich schon mehrfach darauf hingewiesen habe (und so oft soll man ja nicht laut Netiquette) und auch wenn ich diesen Text fast genauso schon bei facebook, twitter und jappy geschrieben habe (und sich selbst kopieren soll man ja nicht laut Netiquette), aber mal ehrlich Netiquette das klingt doch wie ein Light-Smoothie von Nestlé und Nestlé ist ja nun wirklich, also da müssen wir ja wohl nicht drüber diskutieren.
Also: Wer gegen Nestlé ist, kommt heute Abend zu meiner Buchpremiere in die Warte in der Marienburg! Ich lese, Ivo Lotion singt und Leo Solter führt durch den Abend.
George Clooney kommt übrigens nicht, weil der ist FÜR Nestlé. Aber Anjolina Gelee kommt vielleicht, weil die ist gegen Nestlé und außerdem liest sie immer die Berliner Woche und die hat ja über meine Buchpremiere berichtet.

Heute: Buchpremiere „Liebesgrüße aus Mostrich“ mit Ivo Lotion, Leo Solter und mir

1. September 2018
Last Call

Man lernt nie aus

Während meines BWL-Studiums Gestern habe ich ein neues, also für mich neues, Wort gelernt. Und zwar Stagflation. Ein Kofferwort aus „Stagnation“ und „Inflation“. Erfunden haben sollen das Wort das ehemalige britische Topmodel Kate Moss der ehemalige britische Finanzminister Iain Macleod und John Overcountry. John Overcountry (gebürtig Johann Überland), der 1965 aus der DDR nach Großbritannien türmte, wuchs in einem Kinderheim in der Nähe von Jena auf und gründete dort mit einigen anderen Jungen den planwirtschaftskritischen Geheimbund „Die Wirtschaftswaisen“. Der Geheimbund flog auf, nachdem eines seiner Mitglieder (Jörg Zwitscher) für eine Ablösesumme von zwei Bananen und einer Ananas von den Wirtschaftswaisen zur Stasi gewechselt war. Die meisten Mitglieder des Geheimbundes landeten im Knast in Bautzen und mussten bis zum Fall der Mauer Senfkörner sortieren (die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen). Johann Überland aber gelang die Flucht nach England (über Eritrea, die Osterinseln und die Antarktis), wo er seine Liebe zu den im Königreich als „suitcasewords“ bekannten Kofferwörtern entdeckte. Fun Factory: Ursprünglich sollte das Kofferwort aus Stagnation und Inflation „Infnation“ heißen, wurde aber aus Angst vor einem Atomschlag (die USA, als Land mit den weltweit meisten Pflichtimpfungen bezeichneten sich gern als „Impfnation“ und hatten ihrem Nachbarland Mexiko aufgrund der Ähnlichkeit von „Mexiko“ zum Namen des US-Bundesstaates „New Mexico“ schon desöfteren mit Vernichtung gedroht) als „Stagflation“ bekannt. Welch ein Glück, denn sonst wäre es wohl nie zu dem berühmten Zweizeiler des britischen Dichters Ed Kilimeen gekommen, welcher noch heute über der Eingangstür zur Herrentoilette in der Bibliothek der University of Oxford prangt:
Zur Abwehr einer Stagflation
Hilft selten eine Flakstation


TTIP für heute Abend: 20:30 Uhr, Frannz-Club, Peace, Love & Poetry mit u. a. Ahne und mir

14. August 2018
Man lernt nie aus