KURZGESCHICHTEN, KRITZELEIEN & KARTOONS

Bloß kein Mitleid

Ich war ja kurz weg, also im Urlaub, also nicht in altem Blattwerk, sondern mit Frau und Kind und sogar noch einer Familie im Harz, also fast im Harz, der Kyffhäuser gehört nämlich gar nicht zum Harz wie ich erfahren musste, dabei war dem doch früher immer so, glaubte ich jedenfalls, aber jetzt oder vielleicht auch schon immer gehört der Kyffhäuser eben nicht zum Harz sondern liegt einfach nur südöstlich des Harzes. Der Kyffhäuser gehört nicht zum Harz! Wenn das der Führer Barbarossa wüsste. Der Kyffhäuser gehört nicht zum Harz! Das lasse ich mir tättowieren damit ich es niemals mehr vergessen tue. Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte ist, das ich jetzt krank bin, also erkältet, also so richtig erkältet. Mit Schnupfen UND Halsschmerzen. War kalt da im Harz Kyffhäuserkreis und außerdem war ich ja mit der Familie da. Also wenig Schlaf, viel Geschrei und Geheule. Zwischendurch war’s auch schön, aber der Erholungsfaktor, der lag bei, ach keine Ahnung wie man den Erholungsfaktor berechnet, in was wird der überhaupt gemessen? Quadratmeter? Lumen? Jedenfalls war der nicht so hoch der Erholungsfaktor und ich bin jetzt sterbenskrank erkältet. Urlaub mit Familie ist eben nicht Urlaub mit der Familie. Urlaub mit Familie ist, wenn die Familie in den Urlaub fährt und man selbst zu Hause bleibt. Oder andersrum. Aber ich will mich ja nicht beschweren, ich habe es ja so gewollt. Also nicht das mit der Erkältung, aber die Reise zum Kyffhäuser, der sich dazumal auch Kiffhäuser schrub. Wie dem auch sei, heute Abend live: Aspirin Complex Brausepulver und ich bei Fuchs und Söhne.


Heute Abend 20 Uhr im ZK/U: Fuchs & Söhne mit mir als Gast

19. April 2017
Bloß kein Mitleid

Ick wunder mir ja nich mehr

Letzten Monat ist es erschienen und schon jetzt habe ich ein Belegexemplar erhalten, von einem Buch mit Berlinerischen Gedichten. Berlinerische Gedichte von der Steinzeit bis heute, von weltberühmten Autoren wie Ahne oder Andreas Gläser und frischen Talenten wie Theodor Fontane oder mir, gesammelt u. a. vom duften Thilo Bock. Das Buch sieht sehr gut aus und enthält fast 250 Gedichte für nur 42 Euro. Wieviel ein Gedicht kostet, werde ich über die Feiertage ausrechnen. Oder auch nicht. Kaufen kann man das Sammlerstückchen (es gibt nur 4444) zum Beispiel hier. Ich wünsche an dieser Stelle schon mal fröhliches Rumgeeier am Wochenende. Ich verabschiede mich morgen früh für ein paar Tage vom Internet und fahre in die Einöde.


Und heute Abend: Die Surfpoeten lesen, tanzen, singen im Klub der Republik – mit als Gast Kristin Jekyll

12. April 2017
Ick wunder mir ja nich mehr

Zum Glück habe ich BWL studiert

Ich habe ein schönes Büro. Dort sitze ich nun und bereite mich auf meine Auftritte in dieser Woche vor. Doch nicht nur das. Vorhin habe ich den Kalender umgeblättert. Ist ja jetzt April. Am Wochenende war ich leider nicht im Büro. Habe nun nachträglich einen Smiley in das Kästchen vom 1. April gemalt. 1. April, Ey das ist immer so extrem lustig mit diesen Aprilscherzen. Ich hab wieder den von wegen dein Hosenstall ist offen gebracht. Kam aber nicht so gut rüber dieses Jahr. War in dem Moment ja auch gerade in der Sauna. Jetz bin ich nicht in der Sauna. Jetzt sitze ich im Büro. Später werde ich noch die Topfpflanze gießen. Habe ich am Wochenende ja nicht machen können, weil da war ich ja leider nicht im Büro. Nach dem Gießen der Topfpflanze werde ich mir die Hände waschen. Das mache ich immer so. Zum Glück habe ich ein Waschbecken in meinem Büro. Zum Glück habe ich überhaupt ein Büro. Und dann auch noch so ein schönes. Zum Glück kann ich nächstes Jahr wieder einen Aprilscherz machen. Vielleicht sage ich jemandem, dass seine Schnürsenkel auf sind. Auch ein richtiger Brüller. Zum Glück kann ich zum Lachen ins Büro und muss nicht in den Keller. Zum Glück habe ich BWL studiert.

Mittwoch: Geschmacksverstärker im Zebrano-Theater mit Frank Viehweg und mir als Gäste

Donnerstag: Couchpoetos im Lovelite mit mir als Gast

Samstag: Kantinenlesen mit u. a. mir

3. April 2017
Zum Glück habe ich BWL studiert

Prioritäten setzen

Da fahre ich letztens, ein Liedchen auf den Lippen, mit dem Rad durch den Schnaupel (Mischung aus Schneeregen und Graupelschauer), so schön immer den Fahrradweg entlang und dann steht da ein Wagen, halb auf dem Radweg, fahre ich rechts dran vorbei, also fast, weil während ich vorbeifahre macht der Beifahrer seine Tür auf. Ich maule mich, der Beifahrer steigt aus und kuckt wie ein Auto, als ob er noch ein Fahrrad gesehen hätte. Dann steigt auch der Fahrer aus und sieht nach, ob alles in Ordnung ist, also natürlich nicht mit mir, sondern mit der Autotür. Das verstehe ich total. So eine Autotür ist ja nicht so einfach zu ersetzen im Gegensatz zu mir. Ich schaue auch nach, ob alles in Ordnung ist, also mit dem Rad, vor allem aber mit meiner Frisur. Hole den Taschenspiegel heraus und ja scheint alles zu sitzen. Ich meine so ein appes Bein kann man ja irgendwie kaschieren, aber wenn die Frisur nicht sitzt, das fällt ja auf. Fahrer und Beifahrer sehen nach, ob am Hinterkopf, also da wo ich diesen Wirbel habe, die Haare auch noch ordentlich liegen. Die beiden haben nichts zu bemängeln an meiner Frisur und auch die Autotür hat nichts abbekommen. Wir tauschen unsere Nummern aus, um unser lustiges Zusammentreffen bei Gelegenheit zu wiederholen. Dann verabschieden wir uns herzlich und jeder fährt seiner Wege. Zu Hause angekommen mache ich mich nackig und begutachte die ganzen blauen Flecken und das blutverschmierte, geschwollene Knie. Und dann, was muss ich da im Spiegel sehen? Da stehen ja ein paar Haare am Hinterkopf ab. So bin ich also durch die Stadt gefahren? Das nehme ich diesen beiden Arschlöchern echt übel, dass sie mir das nicht gesagt haben. Es sei denn, und das würde auch das plötzliche Türöffnen während ich vorbeifuhr erklären, die beiden sind sehbehindert. Dann will ich mal ein Auge zukneifen, das Ganze nicht so eng sehen und wünsche den beiden an dieser Stelle weiterhin viel Erfolg im Straßenverkehr Berlins.


Heute Abend: Die Surfpoeten lesen im Klub der Republik. Zu Gast: Christian Schmitz-Linnartz aus München

22. März 2017
Prioritäten setzen

Frischluft

Die Sonne scheint, Schneeglöckchen und Krokodile sprießen zwischen gigantischen Tretminen und ich bin kurz davor die Fenster zu putzen. Na ja vielleicht nicht putzen, aber zumindest mal öffnen. Und während ich hier so rumsitze, also jetzt nicht faul rumsitze sondern hoch motiviert rumsitze, kurz davor das Fenster aufzumachen, da fällt mir dieses eine Lied von Andy Borg Rio Reiser ein. Es ist nicht nur ein prima Lied zum Fenster aufmachen, nee, im Refrain kommen zufälligerweise die Namen aller meiner Kommilitonen vom BWL-Studium vor (Hallo Elvir, bist du eigentlich immer noch mit Mone zusammen?). Es ist echt der Wahnsinn! So, und jetzt Fenster auf und rausgebrüllt:

Ivan, Sven Nick Jens?
Ivo, Sven Nick Tahir?
Sylvie, Sven Mone Wiebe?
Pierre, Sven Nick Elvir?

 

13. März 2017
Frischluft

Ich hab verschlafen

Es tut mir so leid. Echt jetzt. Ich hab verschlafen, also den Frauentag. Dabei wollte ich doch eigentlich, ja was eigentlich? Irgendetwas wollte ich jedenfalls machen. Aber zum Glück habe ich nächstes Jahr ja eine neue Chance, dass zu machen, was mir jetzt gerade nicht einfällt. Der Frauentag ist ja im Gegensatz zu Geburtstagen, Ostern oder Weihnachten jedes Jahr und nicht nur einmal im Leben. Puh, Glück gehabt. Trotzdem wünsche ich nachträglich noch allen Frauen alles Gute. Seid froh, dass ihr keine Männer seid!


Und heute Abend: Die Brauseboys im Wedding mit u. a. mir als Gast

9. März 2017
Ich hab verschlafen

Ich weiß ja auch nicht alles

Wer ist eigentlich dieser gute Zweck, der ständig irgendwelche Spendengelder einheimst? Ist er wirklich so gut? Und ist Zweck sein Vor- oder sein Nachname? All dies weiß ich leider nicht. Was ich aber weiß ist, dass Hiltrup ein Stadtteil von Münster ist und nicht, wie man vermuten könnte, eine Spezialeinheit der U.S. Army.


Ttip für heute: Allen Menschen mit Nasenpiercing sagen, dass sie da etwas im Gesicht haben. Dann laut lachen.

24. Februar 2017
Ich weiß ja auch nicht alles

Post von Erich Mielke

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob Erich Mielke mir jemals einen Brief, eine Postkarte oder ein Telegramm geschickt hat und auch nicht, ob er meine Begeisterung für Anagramme teilte oder ob ich mir das nur zusammengesponnen habe. Eine E-Mail, SMS oder MMS hat er mir jedenfalls nie geschickt. Da hat er sich gegen gesträubt. Und auch Flaschenpost mochte er nicht (wahrscheinlich wegen des Untergrund-Hits „Flaschenpost vom Klassenfeind“ von der Punkband Plauener Pogoplauzen). Aber wie dem auch sei, so zum Beispiel könnte eine Nachricht aussehen, welchen ich einmal von Mielke bekommen haben könnte:

He Meikel Neid,

Eh Grafen fragen, raufen Frauen, drohen Horden.

Dein Mielke


Heute: Die Surfpoeten im Klub der Republik mit Ruth, Tube, Konrad, mir und als Gast Kaspar Franziska Hauser

22. Februar 2017
Post von Erich Mielke

Die Nachbarn kucken schon

Merke: Wenn es draußen regnet und du den Arm aus dem Fenster streckst, um herauszubekommen wie stark es draußen regnet, drehe die Handinnenfläche immer nach oben. Immer. Nach. Oben. Andernfalls sind nicht nur Probleme mit den Nachbarn vorprogrammiert, nein, es könnte auch sein, dass der Verfassungsschutz eines Tages an das Türchen von deinem Kämmerlein klopft.


Ttip für heute Abend: Saal Slam im Heimathafen Neukölln u. a. mit mir

21. Februar 2017
Die Nachbarn kucken schon